Wind und Wetter trotzend

Wer kennt es nicht? Vor Monaten beantragt, gefühlte Ewigkeiten darauf hingefiebert und jetzt ist er da: der ersehnte erste Urlaubstag am Meer. Und will man nun, gerade frisch am Strand angekommen, mit nagelneuen Sonnenhut und Bikini ausgestattet, einfach nur noch entspannen, den Alltag wortgetreu tief im Sand verbuddeln, klappt eben genau das manchmal einfach nicht. Gerade erst angekommen, weht der Hut vom Kopf, der Sand in die Augen und die Sonne knallt ein bisschen zu sehr auf Nase und Schultern.

Doch sollte man sich die Stimmung auf keinen Fall von diesen kleinen Ungereimtheiten verderben lassen, gibt es doch genügend kleine und große Hilfsmittel, die den Strandaufenthalt zu dem Entspannungsmoment verhelfen, den man sich zu Recht wünscht.

Im Korb thronend

Allen voran die wohl gleich luxuriöseste Variante des Strandaufenthalts oder – die Erfindungsgeschichte im Blick haltend – die kaiserlichste: der gute, alte Strandkorb. Denn genau am Kaiserhof im Jahr 1882 liegen die Wurzeln des wohl meist gesichteten Strandmöbelstücks. Die an Rheuma erkrankte Elfriede von Maltzahn beauftragte in ihrer Zeit den Hofkorbmachermeister Wilhelm Bartelmann, ein vor Sonne und Wind schützendes Möbelstück zu bauen, damit sie trotz ihrer Erkrankung weiterhin ihre Leidenschaft für den Strand ausleben könne. Dieser machte sich an die Arbeit und baute einen mit Korb umflochtenen Stuhl – so entstand der erste Strandkorb. Zunächst als Einsitzer entworfen wurde der Prototyp schnell weiter ausgebaut. In den Folgejahren wurde das Einmannstück zunächst breiter, sodass man auch zu zweit drin Platz finden konnte und wurde dann 1897 von Johann Falck um die heute standardmäßige Rückklappfunktion erweitert. In den weiteren über 125 Jahren Geschichte kamen dann immer mehr der heutigen Details dazu und viele Strandkörbe trumpfen mit ausklappbaren Tischlein und verstellbaren Armlehnen auf.

Die Alternativen

So großer Beliebtheit sich der Strandkorb auch an den deutschen Nord- und Ostseestränden erfreut, so selten ist er noch an den dänischen Küsten anzutreffen Hier kann der Griff zur kleinen und transportablen Schwester, der Strandmuschel, in diesen Fällen helfen. Äußerlich erinnernd an ein halbes Zelt, bietet auch sie Schutz vor Wind und Sonne. Vermag sie auch nicht das königliche Gefühl des Strandkorbs zu vermitteln, hat sie dafür den unbestreitbaren Vorteil leicht und zusammrollbar zu sein und so jederzeit eine unkomplizierte Begleiterin zu sein.

Und im Zweifel, wenn es an allem fehlt, sollte man sich nicht kleinkriegen lassen. Denn selbst ist der leidenschaftliche Strandbesucher und der greift einfach direkt zu Eimer und Schaufel und baut sich im Zweifel einfach gleich ein komplett eigenes, alle Wünsche erfüllendes und höchst kaiserliches Sandschloss.

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