Mai
18
Roskilde-Festival: Dem Seeland-Spektakel droht Zuschauerschwund
Das kulturelle Riesen-Ereignis im dänischen Seeland, sieht sich mit massiven Problemen an verschiedenen Fronten konfrontiert: Laut einem Bericht des Onlineportals der „Süddeutschen Zeitung“, kämpft das traditionsreiche Roskilde-Festival zum einem mit dem konjunkturbedingten Zuschauerschwund, zum anderen mit immer höheren Gagen-Forderungen der Künstler.
Die Wirtschaftskrise hat den doch eigentlich obligatorischen Besuch in Roskilde bei vielen schwedischen und speziell isländischen Musikfreunden aus der Agenda gekickt: Die Krise lässt Festivalsprünge ins Ausland nicht mehr zu, die isländische Währung ist fast wertlos geworden, das Eintrittsticket unbezahlbar.
Um die schwedischen Besucher – trotz Ebbe im Geldbeutel – doch für einen Roskilde-Besuch gewinnen zu können, offerieren die Veranstalter Bustransporte zu Spottpreisen von Schweden ins Seeland zum Festival, schreibt „süddeutsche.de“.
Doch nicht nur die skandinavischen Festivalgänger kehren dem traditionsreichen Musik-Happening den Rücken zu, auch Deutsche finden viel weniger oft den Weg über die Ostsee, sondern erfreuen sich deutlich häufiger an den eigenen Festivals: Die bieten eine große Vielfalt an musikalischem Programm, das Line-up ist meist ebenbürtig oder sogar besser und – der wohl wichtigste Aspekt – sie sind deutlich günstiger. Das abflachende deutsche Interesse widerspiegelt sich in der Mitgliederzahl der Roskilde-Fangemeinde: Früher zählte diese 15 000, heute sind es noch 3 000.
Da ist da noch das Problem mit den teils schwindelerregenden Gagen: Vom Anreiz immer höherer Einnahmen getrieben, verlangen Musiker heute immense Summen. Da hilft selbst ein Rekordbudget von umgerechnet fünf Millionen Euro, das für die Zusammenstellung des Programms verwendet werden darf, nicht weiter, um die ganz großen Fische an Land – beziehungsweise auf die Festivalbühne – zu ziehen. Rikke Øxner, Musikchefin des Festivals, betonte, dass sie Depeche Mode oder AC/DC gerne geholt hätte, aber die finanziellen Mittel schlicht nicht gereicht hätten.